WordPress-Relaunch: raus aus dem Wildwuchs
Der typische WordPress-Relaunch ist kein Design-Projekt. Er ist eine Aufräumarbeit an vier Altlasten, die sich in jeder gewachsenen Installation ansammeln: Inhalte, die im Page-Builder gefangen sind, Plugins mit überlappenden Funktionen, eine aufgeblähte Datenbank und Anpassungen, die das nächste Update löscht.
Diese Seite erklärt die vier Punkte, benennt den Page-Builder-Lock-in als teuersten davon und sagt, wann der Abschied von WordPress die bessere Entscheidung ist. Das Aussehen ist dabei die einfachste Übung — die Wartbarkeit ist der Grund, aus dem sich das Projekt rechnet.
Die vier Altlasten
WordPress ist gut darin, über Jahre mitzuwachsen. Genau daraus entsteht das Problem: Jede neue Anforderung wurde mit einem zusätzlichen Plugin gelöst, jede Layout-Idee mit einem weiteren Baustein, und niemand hat je etwas entfernt.
Plugins mit überlappenden Funktionen sind die sichtbarste Altlast. Drei Erweiterungen bringen Formulare mit, zwei kümmern sich um Caching, eine vierte um Bildoptimierung, die das Caching-Plugin auch könnte. Jede davon lädt eigene Skripte und Stylesheets auf jeder Seite, unabhängig davon, ob sie dort gebraucht wird. Das ist der Hauptgrund für lange Ladezeiten in WordPress, und er hat nichts mit dem Hosting zu tun.
Die Datenbank sammelt still mit. Jede Änderung an einem Beitrag erzeugt eine Revision, und in einer zehn Jahre alten Installation stehen zu jeder Seite dutzende davon. Dazu kommen Metadaten von Plugins, die längst deinstalliert sind, und Tabellen, die niemand mehr zuordnen kann. Das bremst das Backend spürbar und macht Backups unnötig groß.
Anpassungen im Theme statt im Child-Theme sind die tückischste Altlast. Ein Entwickler hat eine Funktion direkt in die gekaufte Vorlage geschrieben. Beim nächsten Theme-Update ist sie weg, und niemand weiß, was fehlte. Solche Installationen erkennt man daran, dass seit Jahren keine Updates eingespielt wurden — aus gutem Grund, aber mit offenem Sicherheitsrisiko.
Und schließlich der Page-Builder, der ein eigenes Kapitel verdient, weil er den Preis des Relaunch bestimmt.
Der Page-Builder-Lock-in
Das ist der Punkt, an dem WordPress-Relaunches teurer werden als erwartet, und der Grund lässt sich in einem Satz sagen: Page-Builder speichern das Layout gemeinsam mit dem Inhalt in der Datenbank, nicht im Theme. Elementor, Divi und WPBakery legen Strukturen als Shortcodes oder eigene Datenformate ab, die nur ihr eigenes Plugin lesen kann.
Die Folge zeigt sich, sobald man den Builder abschaltet oder das Theme wechselt. An der Stelle des Inhalts steht dann entweder unlesbarer Code oder eine leere Seite. Der Text ist technisch noch in der Datenbank, aber er ist nicht mehr nutzbar, weil Struktur und Inhalt nicht trennbar sind. Ein Export hilft nicht, weil er dieselbe Struktur mit exportiert.
Praktisch bedeutet das: Ein Relaunch, der einen Page-Builder ablöst, baut die betroffenen Seiten inhaltlich neu auf. Bei zwölf Seiten ist das überschaubar, bei sechzig ein eigenes Arbeitspaket. Wir zählen deshalb vor dem Angebot, wie viele Seiten wirklich individuell gebaut sind — und das sind meist deutlich weniger, als der Betreiber annimmt, weil viele Seiten demselben Muster folgen.
Warum ein Theme-Wechsel kein Relaunch ist
Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch: Kann man nicht einfach ein neues Theme aufsetzen? Manchmal ja, und dann sagen wir das. Voraussetzung ist, dass die Inhalte in Standard-Blöcken liegen, kein Page-Builder im Spiel ist und die Plugin-Liste überschaubar bleibt.
In gewachsenen Installationen ist das selten der Fall, und dann verschiebt ein Theme-Wechsel nur das Aussehen. Ladezeit, Wartungslast und Sicherheitsrisiko bleiben, wo sie waren, denn sie stecken in den Plugins und der Datenbank. Ein Jahr später ist die Website wieder langsam, nur in anderen Farben. Wenn Ihre Installation dagegen technisch sauber ist und nur veraltet aussieht, lohnt der Blick auf Website überarbeiten lassen — dort steht, was eine gezielte Überarbeitung leisten kann.
Wann Sie WordPress verlassen sollten
Es gibt einen Fall, in dem wir von WordPress abraten, obwohl wir es täglich einsetzen: wenn sich die Website selten ändert und niemand im Haus sie pflegt. WordPress kostet dann laufend Aufwand für Updates und Sicherheit, ohne dass die Flexibilität genutzt wird, für die man ihn bezahlt.
Eine statische Website ist in diesem Fall schneller, praktisch wartungsfrei und im Betrieb günstiger. Es gibt keine Datenbank, kein Login und damit auch keine Sicherheitslücke, die gepatcht werden müsste. Der Preis dafür ist, dass Änderungen über uns laufen oder über einen Generator-Workflow, den jemand lernen muss. Für einen Auftritt mit fünfzehn Seiten und zwei Änderungen im Jahr ist das die wirtschaftlichste Lösung, und diese Website hier ist genau so gebaut.
Umgekehrt bleibt WordPress die richtige Wahl, sobald regelmäßig Inhalte entstehen, mehrere Personen redaktionell arbeiten oder ein Shop dazugehört. Für Shops gilt ohnehin ein eigenes Regelwerk, das unter Onlineshop-Relaunch steht.
Wie das Ergebnis aussieht
Nach einem WordPress-Relaunch bei uns steht eine Installation mit individuellem Theme statt gekaufter Vorlage, ohne Page-Builder, mit einer überschaubaren Zahl von Plugins und einer aufgeräumten Datenbank. Die Redaktion arbeitet mit den Standard-Blöcken, was bedeutet, dass Sie nicht von einem einzelnen Plugin-Hersteller abhängig sind.
Der Nebeneffekt ist der eigentliche Gewinn: Updates lassen sich wieder einspielen, weil keine Anpassung im Theme steckt, die dabei verloren geht. Damit ist die Website nicht nur heute schnell, sondern bleibt es auch. Was das kostet, richtet sich nach der Zahl der individuell gebauten Seiten; die Preisstufen stehen unter Relaunch-Kosten. Und weil auch bei gleichbleibenden Adressen Sichtbarkeit verloren gehen kann, gilt zusätzlich das Verfahren unter SEO beim Relaunch.
Häufige Fragen
Bleiben unsere Inhalte beim WordPress-Relaunch erhalten?
Beiträge, Seiten in Standard-Blöcken, Bilder und Mediendateien ja. Seiten, die in einem Page-Builder gebaut wurden, werden inhaltlich neu aufgebaut, weil ihre Struktur nicht übertragbar ist. Der Text selbst geht dabei nicht verloren, er wird in die neue Struktur übernommen.
Wie viele Plugins sind normal?
Es gibt keine gültige Zahl, aber ein brauchbares Maß: Jede Funktion sollte genau einmal belegt sein, und Sie sollten zu jedem aktiven Plugin sagen können, was es tut. Wenn das bei der Hälfte nicht möglich ist, lohnt das Aufräumen unabhängig von einem Relaunch.
Können wir das Theme behalten und nur aufräumen?
Bei einem gepflegten, aktuellen Theme ohne direkte Anpassungen ist das möglich und deutlich günstiger. Wir prüfen als erstes, ob Anpassungen im Theme oder in einem Child-Theme liegen. Liegen sie im Theme, ist die Entscheidung meist gefallen, weil das Theme sonst nie wieder aktualisiert werden kann.
Wie lange dauert ein WordPress-Relaunch?
Ohne Page-Builder-Ablösung vier bis sechs Wochen, mit Ablösung sechs bis zehn, je nachdem wie viele Seiten individuell gebaut sind. Der genaue Ablauf mit Zeitplan steht unter Ablauf und Zeitplan.
WordPress-Installation prüfen lassen
Wir schauen uns Theme, Plugins und Datenbank an und sagen Ihnen, ob Aufräumen genügt oder ob ein Neuaufsatz günstiger kommt. Erstgespräch kostenfrei, Terminzusage innerhalb von sieben Werktagen.
WordPress-Relaunch anfragen oder direkt: 09365 8882310