CMS-Migration

TYPO3-Relaunch: aktualisieren oder wechseln?

Wenn Ihre TYPO3-Installation älter ist als v13, bekommt sie keine regulären Sicherheitsaktualisierungen mehr. Das gilt seit kurzem auch für v12, das viele noch für aktuell halten. Damit stehen zwei Wege offen: der Sprung auf eine aktuelle TYPO3-Version oder der Wechsel des Systems.

Beide Wege sind vertretbar, und welcher passt, entscheidet nicht die Technik, sondern Ihr Redaktionsalltag. Diese Seite ordnet den Support-Status Ihrer Version ein, nennt die Entscheidungskriterien und beschreibt die Fallen, die es nur bei TYPO3 gibt.

Von Daniel Werner, Inhaber der Werbeagentur Webfeinschliff · Stand 3. August 2026 · Versionsangaben geprüft gegen get.typo3.org

Welche Version läuft bei Ihnen

Die Versionsnummer steht im Backend unten links oder oben rechts, je nach Version. Wenn Sie keinen Zugang haben, sagt Ihnen der Dienstleister die Nummer in einer Minute. Danach wissen Sie, wie dringend die Sache ist.

VersionRegulärer SupportKostenpflichtiger ELTS bisWas das für Sie bedeutet
v14 LTSbis Juni 2029Juni 2032aktuell, empfohlen für neue Projekte
v13 LTSbis Dezember 2027Dezember 2030gute Wahl für bestehende Projekte
v12beendetApril 2030nur mit bezahltem ELTS sicher
v11beendetOktober 2028nur mit bezahltem ELTS sicher
v10beendetApril 2027ELTS läuft bald aus, Handlungsdruck
v9 und älterbeendetnicht verfügbarkeine Sicherheitsaktualisierungen, auch nicht käuflich
Support-Zeitschienen der TYPO3-Versionen v14 hat regulären Support bis Juni 2029 und ELTS bis Juni 2032. v13 hat regulären Support bis Dezember 2027 und ELTS bis Dezember 2030. v12 hat nur noch ELTS bis April 2030, v11 bis Oktober 2028, v10 bis April 2027. v9 und älter haben keinen Support. Wie lange Ihre Version noch Sicherheitsaktualisierungen bekommt heute v14 bis 2032 v13 bis 2030 v12 nur ELTS, bis 2030 v11 nur ELTS, bis 2028 v10 nur ELTS, endet 2027 v9 ↓ kein Support, auch nicht käuflich regulärer Support ELTS möglich nur noch kostenpflichtig Quelle: get.typo3.org, 03.08.2026
Die gelben Balken kosten Geld, ohne dass die Website besser wird. Nur die grünen sind im Preis des Systems enthalten.

Der wichtigste Punkt dieser Tabelle ist die Zeile zu v12. Viele Betreiber sind vor zwei oder drei Jahren auf v12 gegangen und halten das für den aktuellen Stand. Der reguläre Support ist inzwischen beendet, Sicherheitsaktualisierungen kommen nur noch über den kostenpflichtigen Extended Long Term Support. Das ist kein akuter Notfall, aber es ist eine laufende Rechnung, die man einplanen oder ablösen muss.

ELTS ist kein Ersatz für einen Plan. Er verschafft Zeit und ist bei großen Installationen mit Sonderlogik oft die richtige Wahl. Wer ihn aber jahrelang zahlt, um einen Relaunch zu vermeiden, hat die Kosten des Relaunch nur in Raten bezahlt, ohne die Vorteile zu bekommen.

Versionssprung oder Systemwechsel

Wir beraten hier systemoffen, weil wir an keinem der beiden Wege ein Vertriebsinteresse haben. Die Entscheidung fällt an vier Fragen, und alle vier drehen sich um den Alltag mit der Website, nicht um Technik.

Entscheidung zwischen TYPO3-Versionssprung und Wechsel zu WordPress Für TYPO3 sprechen mehrere Websites in einer Installation, komplexe Redaktions-Workflows, umfangreiche Mehrsprachigkeit und eigene Extensions mit fachlicher Logik. Für WordPress sprechen überwiegend redaktionelle Seiten, Pflege durch ein Team ohne TYPO3-Kenntnisse, ein einzelner Auftritt und Standardanforderungen. Was für welchen Weg spricht Bei TYPO3 bleiben mehrere Websites in einer Installation feingliedrige Rechte und Freigaben umfangreiche Mehrsprachigkeit eigene Extensions mit Fachlogik Redaktion ist TYPO3 gewohnt Schnittstellen in Fachsysteme Ziel: v13 LTS oder v14 LTS Zu WordPress wechseln im Kern redaktionelle Seiten ein Auftritt, eine Sprache Pflege ohne Technikwissen nötig kein Bedarf an Rollenkonzept Dienstleister-Wechsel soll leicht sein laufende Kosten sollen sinken Ziel: schlankes WordPress, eigenes Theme Drei Treffer auf einer Seite genügen für eine Richtung. Bei je zwei entscheidet, wer die Seite künftig pflegt.
Die häufigste Fehlentscheidung ist der Wechsel zu WordPress bei einer Installation mit mehreren Mandanten. Was dort an Lizenz- und Pflegekosten gespart wird, kommt als Sonderentwicklung zurück.

Bleibt es bei TYPO3, ist die Zielversion in der Regel v13 LTS, weil sie regulären Support bis Ende 2027 und ELTS bis 2030 hat. v14 ist die Wahl, wenn die Installation ohnehin stark umgebaut wird und man den längeren Horizont mitnehmen will. Der Sprung von v9 oder v10 direkt auf eine aktuelle Version ist übrigens kein Update, sondern ein Neuaufbau mit Datenübernahme: Zwischen diesen Versionen liegen zu viele Änderungen an Templates und Schnittstellen, um sie schrittweise zu gehen.

Die TYPO3-eigenen URL-Fallen

Kein anderes System bringt so viele historische Adressformate mit. In einer gewachsenen TYPO3-Website existieren regelmäßig drei Generationen gleichzeitig, und Google kennt alle drei.

Da sind zunächst die Parameter-Adressen im Format index.php?id=47. Sie funktionieren in vielen Installationen weiterhin, auch wenn längst sprechende Adressen ausgeliefert werden. Sie stehen in alten Newslettern, in PDF-Dokumenten und in externen Verlinkungen. Wer sie beim Relaunch übersieht, verliert genau die Verweise, die am längsten Bestand hatten.

Dann die Adressen aus RealURL oder CoolUri. Diese Erweiterungen erzeugten sprechende Adressen nach eigenen Regeln, und sie legten Zuordnungen in einer eigenen Datenbanktabelle ab. Moderne TYPO3-Versionen arbeiten stattdessen mit Slugs am Seitenobjekt. Die Umstellung ist der eigentliche Bruch: Slugs entstehen automatisch aus dem Seitentitel und stimmen selten mit den alten RealURL-Adressen überein. Ohne Mapping ändert sich damit praktisch jede Adresse der Website auf einen Schlag.

Schließlich die Mehrsprachigkeit. Ältere Installationen hängten die Sprache als Parameter an oder nutzten Sprachordner mit eigener Logik. Beim Umbau auf die heutige Site-Konfiguration entstehen neue Sprachpfade, und die hreflang-Beziehungen müssen vollständig neu gesetzt werden. Das wird oft übersehen, weil die deutsche Version nach dem Relaunch funktioniert und niemand systematisch die Fremdsprachen prüft.

Wie das Mapping praktisch aussieht und mit welchen Quellen man die vollständige Adressliste zusammenbekommt, steht unter SEO beim Relaunch.

Extensions: der eigentliche Kostentreiber

Der Preis eines TYPO3-Relaunch hängt kaum an der Seitenzahl. Er hängt an der Liste der installierten Erweiterungen, und die ist in gewachsenen Installationen erschreckend lang. Wir sehen regelmäßig Installationen mit dreißig oder mehr Extensions, von denen die Redaktion vier kennt.

Deshalb steht am Anfang eine Bestandsliste mit drei Spalten: Was ist installiert, wird es benutzt, und gibt es die Erweiterung für die Zielversion? Standard-Erweiterungen aus dem TYPO3-Ökosystem sind meist unproblematisch, sofern sie gepflegt werden. Eigenentwicklungen brauchen fast immer Anpassung, weil sich die Programmierschnittstellen zwischen den großen Versionen ändern. Und ein erheblicher Teil kann einfach entfallen, weil die Funktion inzwischen im TYPO3-Kern steckt oder weil sie nie gebraucht wurde.

Das Aufräumen ist der Punkt, an dem ein Relaunch günstiger wird als sein Ruf. Eine Installation, die von dreißig auf acht Erweiterungen schrumpft, läuft danach schneller. Vor allem aber kostet sie in jedem Folgejahr weniger Pflege, und dieser Effekt bleibt.

Wie ein TYPO3-Relaunch läuft

Der Ablauf entspricht dem eines normalen Relaunch, mit zwei Ergänzungen am Anfang. Vor der Bestandsaufnahme der Inhalte steht die Bestandsaufnahme der Technik: Version, Extensions, PHP-Version, Datenbankgröße, Zugänge. Und vor dem Konzept steht die Systementscheidung, weil sie alles Weitere bestimmt.

Danach gilt das übliche Vorgehen: Inhalte und Adressen erfassen, Zielstruktur festlegen, Mapping erstellen, aufbauen, Testinstanz gegen Suchmaschinen sperren, Freigabe, Livegang mit Kontrolle, Nachlauf über acht Wochen. Wie lange das dauert und was es kostet, richtet sich nach Umfang und Sonderfällen; die Preisstufen stehen unter Relaunch-Kosten. Eine TYPO3-Migration liegt praktisch immer in der Professional-Stufe oder darüber, weil die technische Bestandsaufnahme dazugehört.

Wenn Ihre Installation noch gepflegt wird und nur veraltet aussieht, lohnt vorher der Blick auf Website überarbeiten lassen. Bei einer aktuellen TYPO3-Version ist ein Relaunch nicht zwingend, und wir sagen das auch dann, wenn es das kleinere Projekt bedeutet.

Häufige Fragen

Können wir von v9 direkt auf v14 aktualisieren?

Nicht als Update. Zwischen diesen Versionen haben sich Templates, Schnittstellen und Datenstrukturen zu stark geändert. In der Praxis wird eine neue Installation aufgesetzt und der Inhalt übernommen, was ehrlicher kalkuliert und meist günstiger ist als eine Kette von Zwischenschritten.

Bleiben unsere Redakteure arbeitsfähig?

Beim Versionssprung innerhalb TYPO3 ja, das Backend bleibt im Prinzip vertraut. Beim Wechsel zu WordPress ändert sich der Alltag deutlich, meist zum Einfacheren. Wir planen in beiden Fällen eine Einweisung ein, weil eine Website, die niemand pflegt, in zwei Jahren wieder alt ist.

Was kostet ELTS im Vergleich zum Relaunch?

ELTS wird von der TYPO3 GmbH lizenziert und nach Instanz berechnet; die aktuellen Konditionen nennt sie direkt. Wirtschaftlich ist die Frage nicht der Jahresbetrag, sondern wie lange Sie ihn zahlen wollen. Zwei bis drei Jahre ELTS erreichen bei kleinen Installationen leicht die Größenordnung eines Relaunch, ohne dass die Seite dabei besser wird.

Migrieren Sie auch von TYPO3 zu statischem HTML?

Ja, das ist bei Websites sinnvoll, die sich selten ändern. Sie werden dadurch sehr schnell, praktisch wartungsfrei und im Betrieb billig. Der Preis dafür ist, dass Änderungen über uns laufen oder über einen Generator-Workflow, den man erst lernen muss. Für einen Fünfzehn-Seiten-Auftritt mit zwei Änderungen im Jahr ist es die wirtschaftlichste Lösung.

TYPO3-Version prüfen lassen

Nennen Sie uns Ihre Versionsnummer, wir sagen Ihnen, wie dringend es ist und welcher Weg in Ihrem Fall günstiger kommt. Erstgespräch kostenfrei, Terminzusage innerhalb von sieben Werktagen.

TYPO3-Relaunch anfragen oder direkt: 09365 8882310

Über den Autor

Daniel Werner führt die Werbeagentur Webfeinschliff seit 2008 und ist zertifizierter SEO-Manager (ZFU 7246112). Die Versions- und Support-Angaben auf dieser Seite sind gegen die offizielle Übersicht auf get.typo3.org geprüft, Stand 3. August 2026.

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