Bestehende Website verbessern

Website überarbeiten lassen — oder doch neu bauen?

Nicht jede Website, die in die Jahre gekommen ist, braucht einen Neuaufsatz. Wenn das System noch gepflegt wird, die Seite auf dem Handy bedienbar ist und die Struktur zu Ihrem Geschäft passt, dann ist eine gezielte Überarbeitung der wirtschaftlichere Weg — und sie kostet einen Bruchteil.

Uns rufen regelmäßig Unternehmen an, die einen kompletten Relaunch anfragen und nach dem ersten Blick auf die Website etwas viel Kleineres bekommen. Das ist kein Verzicht auf Umsatz, sondern die Grundlage dafür, dass jemand wiederkommt. Diese Seite hilft Ihnen, die Frage selbst zu beantworten, bevor Sie irgendwo anfragen.

Von Daniel Werner, Inhaber der Werbeagentur Webfeinschliff · Stand 3. August 2026

Sechs Fragen, die es entscheiden

Beantworten Sie diese Fragen für Ihre Website. Wer viermal oder öfter „nein" sagt, spart mit einem Neuaufsatz Geld, weil das Nachbessern an der Ursache vorbeigeht.

  1. Bekommt Ihr Content-Management-System noch Sicherheitsupdates?
  2. Können Sie die Website auf dem Handy vernünftig bedienen, nicht nur ansehen?
  3. Passt die Seitenstruktur noch zu dem, was Sie heute verkaufen?
  4. Können Sie Texte und Bilder selbst ändern, ohne jemanden anzurufen?
  5. Lädt die Startseite auf dem Handy in unter drei Sekunden?
  6. Findet ein Besucher in zwei Klicks, wie er Sie erreicht?
Entscheidungshilfe Überarbeitung oder Relaunch Erhält das CMS noch Updates und ist die Seite mobil bedienbar? Wenn nein, ist ein Relaunch nötig. Wenn ja, weiter zur Frage nach der Struktur. Passt die Struktur zum Geschäft, genügt eine Überarbeitung. Passt sie nicht, ist ein Teil-Relaunch mit neuer Struktur sinnvoll. CMS bekommt noch Updates? Mobil bedienbar, nicht nur sichtbar? nein ja Relaunch Nachbessern geht an der Ursache vorbei und kostet doppelt Struktur passt zum Geschäft? Verkaufen Sie noch dasselbe wie 2019? nein ja Teil-Relaunch neue Struktur und Texte, System bleibt Überarbeitung Ladezeit, Texte, Kontaktstrecke Die beiden Fragen oben sind die einzigen, bei denen ein „nein" nicht verhandelbar ist. Alles darunter ist eine Frage von Budget und Reihenfolge.
Ein veraltetes System und eine unbedienbare Mobilansicht lassen sich nicht nachbessern. Alles andere schon.

Was eine Überarbeitung umfasst

Eine Überarbeitung ist kein kleiner Relaunch, sondern ein anderes Vorgehen. Wir ändern gezielt das, was messbar im Weg steht, und lassen den Rest unberührt. Das beginnt fast immer bei der Ladezeit, weil sie sich am schnellsten verbessern lässt und sofort wirkt: zu große Bilder, überflüssige Erweiterungen, blockierende Skripte, fehlendes Caching.

Der zweite Block ist Text. In den meisten Bestandswebsites steht, was das Unternehmen macht, aber nicht, warum jemand dort kaufen soll. Die Überschrift der Startseite nennt den Firmennamen statt des Nutzens, und die Leistungsseiten beschreiben Verfahren statt Ergebnisse. Diese Arbeit kostet wenig Technik und verändert die Wirkung der Seite mehr als jedes neue Layout.

Danach kommt die Kontaktstrecke. Ein Formular mit vierzehn Feldern, das ohne Kundenkonto nicht abschickbar ist, verliert Anfragen, die schon entschieden waren. Sechs bis acht Felder, Fehlermeldungen erst beim Verlassen des Feldes, Telefonnummer als klickbarer Link, und die Anfragen kommen an. Gestaltung ist der letzte Schritt, nicht der erste, weil sie am teuersten ist und am wenigsten trägt, solange die drei Punkte davor offen sind.

Wo die Grenze liegt

Drei Dinge lassen sich nicht überarbeiten, und bei diesen dreien sagen wir es sofort.

Ein System ohne Sicherheitsupdates bleibt ein Risiko, egal wie gut die Seite aussieht. Drupal 7 und Joomla 3 sind aus der Pflege, alte TYPO3-Versionen ebenso. Wer hier Geld in Gestaltung steckt, bezahlt für die Aussicht auf einen erfolgreichen Angriff. Was solche Systeme brauchen, ist eine Migration, und darum geht es beim Website Relaunch.

Eine Website ohne echtes responsives Layout lässt sich nicht nachträglich mobilfähig machen. Wenn das Layout auf festen Pixelbreiten steht, ist der Umbau des Layouts der Neuaufbau des Layouts. Zoomen und Schieben zählt nicht als Bedienbarkeit, und der größere Teil Ihrer Besucher kommt vom Handy.

Eine Struktur, die nicht mehr zum Geschäft passt, wird durch bessere Texte nicht richtig. Wenn Sie heute drei Geschäftsbereiche haben und die Website noch die von 2019 abbildet, dann fehlen Seiten, und fehlende Seiten kann man nicht optimieren. In diesem Fall ist der Teil-Relaunch der ehrliche Vorschlag: neue Struktur, neue Texte, bestehendes System.

Was wir bei Bestandswebsites am häufigsten finden

Wenn wir eine bestehende Website durchsehen, tauchen immer wieder dieselben Punkte auf. Keiner davon ist spektakulär, und genau deshalb fällt er dem Betreiber nicht auf: Man gewöhnt sich an die eigene Seite und übersieht, was ein Erstbesucher sofort merkt.

An erster Stelle stehen Bilder in Originalgröße. Ein Foto mit 4.000 Pixel Breite, das im Layout auf 600 Pixel angezeigt wird, lädt trotzdem vollständig. Auf einer Startseite mit acht solchen Bildern ist das der Unterschied zwischen einer und sechs Sekunden Ladezeit, und auf dem Handy zwischen Besuch und Absprung. Das ist der günstigste Eingriff mit der größten Wirkung, den es gibt.

Danach kommt die Überschrift der Startseite. In auffällig vielen Bestandswebsites steht dort der Firmenname oder ein Wort wie „Willkommen". Der Besucher braucht an dieser Stelle die Antwort auf zwei Fragen: Was bekomme ich hier, und bin ich richtig? Ein Firmenname beantwortet keine davon. Eine Zeile zu ändern kostet fast nichts und verändert die Wirkung der ganzen Seite.

Der dritte Dauerbefund ist die Telefonnummer als Text. Sie steht im Footer, ist nicht anklickbar, und auf dem Handy muss der Besucher sie markieren und kopieren. Ein Teil davon tut es nicht. Nummer als Link, im Kopfbereich sichtbar, und ein Teil der Anfragen, die vorher verloren gingen, kommt an.

Häufig finden wir außerdem Seiten, die niemand mehr verlinkt. Sie sind über die Navigation nicht erreichbar, existieren aber noch und tauchen teils in Google auf. Manchmal ist es eine alte Aktionsseite mit falschen Preisen, manchmal ein Entwurf, der öffentlich stehen geblieben ist. Solche Seiten gehören entweder wieder eingebunden oder sauber entfernt, und in beiden Fällen ist es eine Sache von Minuten.

Der unangenehmste Befund betrifft Formulare, die ins Nichts senden. Der Besucher füllt aus, klickt ab, bekommt eine Bestätigung, und die Nachricht landet in einem Postfach, das seit Jahren niemand öffnet, oder wird vom Server gar nicht verschickt. Das fällt nie auf, weil niemand sich beschwert: Wer keine Antwort bekommt, geht zum Wettbewerber. Ein Testabsenden gehört in jede Überarbeitung, und zwar an den Anfang.

Die wirtschaftliche Reihenfolge

Wer in Etappen arbeitet, kann nach jedem Schritt prüfen, ob der nächste noch nötig ist. Die Reihenfolge folgt dem Verhältnis von Aufwand zu Wirkung, nicht dem, was am meisten Spaß macht.

EtappeWas passiertWirkung sichtbar
1. TechnikLadezeit, Bilder, Fehlerseiten, Sicherheitsupdatessofort, messbar in PageSpeed und Absprüngen
2. TexteStartseite und die drei wichtigsten Leistungsseitennach zwei bis sechs Wochen in Anfragen
3. KontaktFormular verkürzen, Telefon sichtbar, Vertrauenselementesofort in der Anfragequote
4. GestaltungFarben, Typografie, Bildsprache, Detaillayoutsschwer isoliert messbar, wirkt auf Vertrauen
Aufwand und Wirkung der vier Etappen Technik hat geringen Aufwand und hohe Wirkung. Kontaktstrecke hat geringen Aufwand und hohe Wirkung. Texte haben mittleren Aufwand und hohe Wirkung. Gestaltung hat hohen Aufwand und geringe messbare Wirkung. Aufwand gegen Wirkung Aufwand und Kosten → Wirkung → 1. Technik Ladezeit, Bilder, Fehlerseiten 3. Kontaktstrecke Formular kürzen, Telefon sichtbar 2. Texte Startseite, drei Leistungsseiten 4. Gestaltung Farben, Typografie, Bildsprache Die Nummerierung folgt der Wirkung, nicht dem Anschein: Gestaltung wirkt zuletzt und kostet zuerst.
Warum Etappe 3 vor Etappe 4 steht, wird hier sichtbar: Eine gekürzte Kontaktstrecke kostet einen Bruchteil einer neuen Bildsprache und lässt sich sofort messen.

In der Praxis endet es oft nach Etappe drei, und das ist ein gutes Ergebnis. Wenn die Seite schnell ist, verständlich sagt was sie anbietet, und der Kontakt funktioniert, dann ist der Rest Geschmack. Geschmack darf man kaufen, man muss es aber nicht.

Was das kostet

Eine Überarbeitung liegt deutlich unter einem Relaunch, der bei uns ab 1.900 € beginnt. Wie weit darunter, entscheidet das Arbeitspaket: Technische Korrekturen und Ladezeit sind der kleinste Eingriff, Textarbeit für mehrere Seiten der größte. Eine belastbare Zahl nennen wir erst nach dem Blick auf die Website, weil sich genau dort entscheidet, ob Nachbessern wirtschaftlich ist oder ob wir Ihnen vom Nachbessern abraten.

Zum Vergleich lohnt der Blick auf die Zahlen für den vollständigen Umbau: Unter Relaunch-Kosten stehen die drei Festpreisstufen, die vier Kostentreiber und die Positionen, die regelmäßig unterschätzt werden. Wenn Sie Rankings zu verlieren haben, gehört außerdem SEO beim Relaunch dazu, denn auch eine Überarbeitung kann Sichtbarkeit kosten, wenn dabei URLs oder Inhalte verschwinden.

Häufige Fragen

Lohnt sich Optimieren, wenn die Website acht Jahre alt ist?

Das Alter allein sagt wenig. Entscheidend sind die zwei Fragen oben: Wird das System noch gepflegt und ist die Seite auf dem Handy bedienbar? Eine gut gebaute Website von 2018 kann tragfähiger sein als eine schlecht gebaute von 2023.

Können Sie an einer Website arbeiten, die jemand anders gebaut hat?

Ja, das ist der Normalfall. Was wir brauchen, sind Zugänge zum System und zum Hosting und die Information, ob es Wartungsverträge gibt, die wir nicht durchkreuzen sollen. Wenn ein anderer Dienstleister die Website betreut und das gut macht, sagen wir das auch.

Verlieren wir bei einer Überarbeitung Google-Rankings?

Nicht, wenn Adressen und Inhalte bleiben. Riskant wird es, sobald Seiten zusammengelegt oder gelöscht werden, weil dann dieselben Regeln gelten wie beim Relaunch. Deshalb schauen wir vorher in die Search Console, welche Seiten tatsächlich Besucher bringen.

Wie lange dauert eine Überarbeitung?

Technische Arbeiten und Ladezeit meist unter zwei Wochen. Textarbeit hängt daran, wie schnell Rückmeldungen kommen, üblich sind zwei bis vier Wochen für die wichtigsten Seiten. Eine Überarbeitung braucht keinen Go-Live-Termin, sie geht schrittweise live.

Erst schauen, dann entscheiden

Wir sehen uns Ihre Website an und sagen Ihnen, ob eine Überarbeitung reicht oder ob Ihr Geld in einen Relaunch besser angelegt ist. Auch wenn die Antwort „lassen Sie es erstmal" lautet. Erstgespräch kostenfrei, Terminzusage innerhalb von sieben Werktagen.

Website prüfen lassen oder direkt: 09365 8882310

Über den Autor

Daniel Werner führt die Werbeagentur Webfeinschliff in Rimpar bei Würzburg seit 2008 und ist zertifizierter SEO-Manager (ZFU 7246112). Webrestaurator ist die Relaunch-Marke der Agentur und arbeitet ausschließlich an bestehenden Websites.

Zahlen, Referenzen und Standardfragen stehen in der Faktenbasis.