Website-Relaunch: Ablauf, Zeitplan und Dauer
Ein Relaunch dauert typisch vier bis zwölf Wochen. Diese Spanne entsteht fast nie durch die Technik. Sie entsteht dadurch, wie zügig Inhalte und Freigaben von Ihrer Seite kommen — und das ist die Nachricht, die in kaum einem Angebot deutlich genug steht.
Diese Seite zeigt die sechs Phasen mit realistischen Zeiträumen, benennt Ihre Bringschuld in jeder Phase und nennt die drei Gründe, aus denen Projekte tatsächlich aus dem Zeitplan laufen. Damit können Sie vor der Beauftragung einschätzen, ob Ihr Wunschtermin haltbar ist.
Der Zeitplan im Überblick
Die folgenden Zeiträume gelten für ein mehrseitiges Projekt mittlerer Größe, also den häufigsten Fall. Ein Onepager läuft in etwa der halben Zeit, ein Shop braucht ungefähr das Doppelte.
Die sechs Phasen im Detail
Phase 1: Bestandsaufnahme
Wir erfassen, was die alte Website leistet: alle Adressen, die Suchanfragen und Besucher je Seite aus der Search Console, die vorhandenen Titles, die technische Ausgangslage. Parallel klären wir Ziele und Zielgruppe. Diese Phase ist die Grundlage für alles Weitere, weil ohne sie später kein Vergleich möglich ist. Wie das im Detail läuft, steht unter SEO beim Relaunch.
Phase 2: Konzept und Struktur
Hier entsteht die neue Seitenstruktur, und hier wird entschieden, welche Inhalte mitkommen, zusammengelegt oder entfallen. Das ist der Moment mit den größten Auswirkungen und dem geringsten Aufwand, deshalb lohnt es, gründlich hinzusehen. Eine Struktur, die später geändert wird, zieht Gestaltung und Umsetzung mit.
Phase 3: Gestaltungsentwurf
Sie bekommen einen Entwurf der Startseite und einer typischen Unterseite. Erst nach Ihrer Freigabe wird gebaut. Zwei Korrekturrunden sind der Normalfall, und in dieser Phase entscheidet sich, ob der Zeitplan hält: Ein Entwurf, der zwei Wochen auf eine Rückmeldung wartet, verschiebt alles Nachfolgende um zwei Wochen.
Phase 4: Umsetzung
Die längste Phase und die, in der Sie am wenigsten zu tun haben. Es entstehen Templates, Seiten, Formulare, das URL-Mapping wächst mit. Die Website liegt in einer Testumgebung, die gegen Suchmaschinen gesperrt ist. Gegen Ende dieser Phase können Sie mitlesen, was entsteht.
Phase 5: Inhalte und Tests
Texte werden eingepflegt, Bilder eingesetzt, Formulare getestet, Ladezeiten geprüft. Hier sind Sie wieder gefragt, weil fachliche Richtigkeit nur Sie beurteilen können. Wir arbeiten in dieser Phase die Prüfschritte ab, die unter Relaunch-Checkliste stehen.
Phase 6: Go-Live und Nachlauf
Das Umschalten selbst dauert Stunden, nicht Tage. Danach beginnt der Nachlauf über acht Wochen: Fehlerseiten, Indexierung, Sichtbarkeit und Ladezeit werden beobachtet. Diese Phase fehlt in den meisten Angeboten, und genau in ihr zeigen sich die Fehler der Phasen davor.
Was Sie liefern müssen
Diese vier Punkte bestimmen den Zeitplan stärker als jede technische Entscheidung. Wenn einer davon fehlt, hilft kein zusätzlicher Entwickler.
| Was | Wann | Was passiert, wenn es fehlt |
|---|---|---|
| Zugänge zu Hosting, Domain, altem CMS | vor Projektstart | Bestandsaufnahme kann nicht beginnen, Projekt startet nicht |
| Eine entscheidungsbefugte Person | durchgehend | Freigaben ziehen sich, Projektdauer verdoppelt sich |
| Bildmaterial oder Entscheidung darüber | bis Phase 4 | Seiten bleiben mit Platzhaltern liegen, Go-Live verschiebt sich |
| Fachliche Rückmeldung zu Texten | Phase 3 und 5 | häufigster Verzögerungsgrund überhaupt |
Der zweite Punkt ist der wichtigste und der unbequemste. Eine Website, die im Konsens von fünf Abteilungen entstehen soll, braucht nicht fünf mal so lange, sondern länger, weil jede Runde die vorherige teilweise zurücknimmt. Benennen Sie eine Person, die entscheiden darf, auch wenn nicht alle einverstanden sind. Das ist die wirksamste Maßnahme für Tempo, die Sie selbst in der Hand haben.
Was Projekte wirklich verzögert
Nach vielen Relaunches lässt sich das ziemlich genau sagen, und die Reihenfolge überrascht die meisten Auftraggeber.
An erster Stelle stehen fehlende Texte und Bilder. Das Projekt läuft technisch rund, aber vier Seiten warten seit drei Wochen auf einen Fachtext, den nur eine bestimmte Person schreiben kann, und die ist im Tagesgeschäft. Deshalb fragen wir vor dem Angebot, ob Texte übernommen oder neu geschrieben werden, und deshalb steht das auch in der Kostenaufstellung unter Relaunch-Kosten als eigener Posten.
An zweiter Stelle Freigaben ohne Entscheider. Der Entwurf geht in eine Runde, kommt mit widersprüchlichen Anmerkungen zurück, wird angepasst, geht in dieselbe Runde und kommt mit neuen Anmerkungen zurück. Das ist kein böser Wille, sondern die normale Folge fehlender Zuständigkeit.
An dritter Stelle Zugangsdaten, die niemand mehr hat. Der frühere Dienstleister ist nicht erreichbar, die Domain läuft über eine Adresse, die es nicht mehr gibt, das CMS-Passwort kennt ein ehemaliger Mitarbeiter. Das ist lösbar, kostet aber regelmäßig eine bis drei Wochen, weil Hoster bei Inhaberwechseln zu Recht formale Wege gehen. Wenn Sie einen Relaunch planen, prüfen Sie diese Zugänge, bevor Sie irgendwo anfragen.
Was nicht in dieser Liste steht: technische Probleme. Sie kommen vor, kosten aber selten mehr als Tage. Die teuren Verzögerungen entstehen alle in der Zusammenarbeit, und alle drei lassen sich vor Projektstart entschärfen.
Wie sich ein Projekt beschleunigen lässt
Nicht durch mehr Personen auf unserer Seite. Ein Relaunch ist kein Vorgang, der sich durch Verdoppelung der Beteiligten halbiert, weil die Abstimmung mitwächst. Wirksam sind drei Dinge, und alle drei liegen bei Ihnen.
Stellen Sie Texte und Bilder vor Projektstart bereit, statt sie parallel zu erarbeiten. Benennen Sie eine Person mit Entscheidungsbefugnis. Und lassen Sie Freigabefristen ins Angebot schreiben, etwa fünf Werktage je Runde. Das klingt nach Formalität und ist der Unterschied zwischen sechs und vier Wochen.
Umgekehrt gilt: Wenn Ihr Wunschtermin in drei Wochen liegt und die Texte noch nicht existieren, sagen wir das vor der Beauftragung. Ein Termin, der nur auf dem Papier hält, nützt niemandem, und ein Relaunch, der unter Zeitdruck live geht, ist genau der, bei dem die Prüfschritte übersprungen werden.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Onepager-Relaunch?
Zwei bis vier Wochen, wenn die Inhalte vorliegen. Der Ablauf ist derselbe, nur Phase 4 und 5 fallen deutlich kürzer aus. Ein Onepager ist zudem der Fall, in dem eine schnelle Umsetzung realistisch ist, weil es weniger abzustimmen gibt.
Können wir den Relaunch in Etappen live schalten?
Bei mehrsprachigen oder sehr großen Websites ja, dann geht ein Bereich zuerst. Bei einer normalen Unternehmenswebsite raten wir davon ab, weil zwei parallele Zustände Pflege in beiden Systemen bedeuten und die Weiterleitungen unnötig kompliziert werden.
Was passiert mit der alten Website während des Projekts?
Sie bleibt unverändert online und wird normal weiter gepflegt. Die neue Website entsteht in einer separaten Testumgebung, die gegen Suchmaschinen gesperrt ist. Erst am Go-Live-Tag wird umgeschaltet.
Wann sollten wir mit der Planung anfangen?
Etwa drei Monate vor dem gewünschten Livegang, bei Shops fünf. Damit bleibt Zeit für die Bestandsaufnahme, ohne dass Textarbeit unter Druck entsteht. Wer im Oktober für Januar plant, hat einen komfortablen Zeitplan; wer im Dezember für Januar plant, hat keinen.
Zeitplan für Ihr Projekt
Nennen Sie uns Ihren Wunschtermin, wir sagen Ihnen, ob er hält und was dafür bis wann von Ihrer Seite kommen muss. Erstgespräch kostenfrei, Terminzusage innerhalb von sieben Werktagen.
Relaunch-Termin klären oder direkt: 09365 8882310